US-Regierung legt Veto ein: Keine schwedischen Kampfjets für Kolumbien
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat die US-Regierung des neu ins Amt gekommenen Präsidenten Donald Trump ein Veto gegen den Kauf von schwedischen Mehrzweckkampfflugzeugen durch die kolumbianische Regierung eingelegt.
Bei den Kampfjets des schwedischen Flugzeugbau- und Rüstungskonzerns SAAB des Typs Gripen E sind Triebwerke der US-Firma General Electric verbaut, weswegen die US-Regierung ein Mitspracherecht in der Angelegenheit hat. Vertreter von SAAB hatten versucht, der Regierung in Bogotá den Kauf schmackhaft zu machen, indem die Kampfjets in Brasilien in Lizenz gebaut und Zulieferverträge für kolumbianische Unternehmen miteingeschlossen werden.
Der Grund für das US-Veto – so wird gemutmaßt – ist eine Verdrängung von Konkurrenten US-amerikanischer Rüstungsbetriebe vom lateinamerikanischen Markt. So würde es die Regierung in Washington bevorzugen, wenn Kolumbien Kampfjets des Typs F-16V vom US-Rüstungskonzern General Dynamics anschaffte. Bereits im Jahr 1999 war die chilenische Regierung von der schwedischen Gripen zur US-amerikanischen F-16 umgeschwenkt. In den vergangenen Jahren gelang es der US-Regierung und General Electric, ähnliche Coups in einer Reihe von Nato-Staaten zu landen, etwa in Bulgarien und der Slowakei.
Das kolumbianische Militär ist nach Jahrzehnten des internen bewaffneten Konflikts nach Personalgröße das drittgrößte Militär des amerikanischen Doppelkontinents und nach Ausgaben das viertgrößte – nach den USA, Kanada und Brasilien. In den vergangenen Jahrzehnten hatte sich die kolumbianische Marine unter anderem an EU- und Nato-Operationen am Horn von Afrika beteiligt und seit 2018 ist Kolumbien „globaler Partner“ der Nato.
Die kolumbianische Luftwaffe sucht derzeit nach einem Ersatz für die veralteten Jagdbomber des Typs Kfir der israelischen Firma IAI. Neben der Gripen E und der F-16V kämen als weitere Alternativen die französische Dassault Rafale, der westeuropäische Eurofighter Typhoon oder die chinesische Chengdu J-10C infrage.
Im März 2024 hatte Präsident Gustavo Petro bekannt gegeben, dass sein Land die Rüstungskäufe aus Israel aussetzt. Er reagierte damit auf einen israelischen Militäreinsatz während der Auslieferung von Hilfsgütern im Gazastreifen, bei dem über hundert Palästinenser ums Leben kamen.
Laut der Zeitung El Nacional verfügt die kolumbianische Luftwaffe über etwa 20 Kfir-Flugzeuge. Zudem setzen Soldaten und Polizisten seit Jahrzehnten Gewehre, Pistolen und Flugabwehrraketen aus israelischer Produktion im Kampf gegen die Guerilla ein. Zum Inventar gehören demnach auch Drohnen und Ausrüstung für den Betrieb von Hubschraubern. Kolumbien hat auch die Rechte zur Herstellung der von Israel patentierten Galil-Gewehre und Spike-Raketen, wie Quellen des Verteidigungsministeriums der lokalen Presse mitteilten.
Erschienen auf: amerika21.de, 18.03.2025.