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David X. Noack

Geschichte und internationale Politik im linken Fokus

28 Jahre alte japanische Konsole erlebt Revival in Brasilien

Die brasilianische Firma Tectoy hat die offizielle Lizenz des japanischen Videospielherstellers SEGA erhalten, die 28 Jahre alte Videospielkonsole Mega Drive (auch als “Genesis” bekannt) in Lizenz herzustellen. Unter Videospielexperten gilt der brasilianische Markt als besonders extravagantes Unikum. Durch hohe Importzölle und andere Einfuhrbedingungen unterscheidet er sich deutlich von vielen anderen der G20-Länder. Während einige Firmen dort gar nicht präsent sind, ist die Verbreitung von anderen Konsolen und Spielen mit großer Zeitverzögerung durchaus normal.

Die in São Paulo beheimatete Firma Tectoy vertritt seit fast 30 Jahren SEGA auf dem brasilianischen Markt für Videospiele. Tectoy vertreibt dabei die Konsolen und Spiele des japanischen Herstellers und erstellte portugiesischsprachige Synchronfassungen, produziert aber auch eigene Spiele. Im Jahr 2000 beendete das japanische Unternehmen die Produktion von Mega Drive und stieg 2001 aus dem Markt der Konsolenhersteller aus. Seitdem produziert SEGA Videospiele für die Konsolen der früheren Konkurrenten Nintendo und Sony, PC und mobile Endgeräte.

Die hohen Einfuhrzölle in Brasilien führen dazu, dass Videospielkonsolen in dem südamerikanischen Land sehr teuer sind. So kostete die PlayStation 4 des japanischen Herstellers Sony bei ihrer Veröffentlichung vor drei Jahren in Brasilien umgerechnet 1.130 Euro (3.999 brasilianische Reais). Zum Vergleich: In der Europäischen Union kostete sie 399 Euro. Sony-Vertreter erklärten damals, dass 63 Prozent der Kosten durch den brasilianischen Importzoll anfallen. Nintendo, ebenso einer der großen Videospielehersteller auf den meisten G20-Märkten, stieg im vergangenen Jahr aus dem brasilianischen Markt aus. Konsolen und Spiele von Nintendo werden seitdem nicht mehr in Brasilien vertrieben.

Tectoy wird das Mega Drive in seiner Fabrik in der Amazonasstadt Manaus herstellen und für 399 Reais vertreiben.

datamark/polygon

amerika21.de, 09.11.2016

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