»Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.« — Václav Havel
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David X. Noack

Geschichte und internationale Politik im linken Fokus

Uruguay arbeitet auf Anerkennung Berg-Karabachs hin

Die Regierung von Uruguay arbeitet daran, die mehrheitlich armenisch besiedelte abtrünnige aserbaidschanische Republik Berg-Karabach anzuerkennen. Dies erklärte der Vizepräsident des südamerikanischen Landes, Danilo Astori, unlängst bei seinem Staatsbesuch in Armenien.

Die bisher international von keinem Staat anerkannte Republik Berg-Karabach (auch Nagorno-Karabach oder Artsakh genannt) liegt im Südwesten Aserbaidschans und sagte sich nach einem blutigen Krieg Anfang der 1990er Jahre von der Zentralregierung los. Der Konflikt kostete mehreren zehntausend Menschen das Leben und machte über eine Million Menschen zu Flüchtlingen.

Kein Staat weltweit hat die Unabhängigkeit Berg-Karabachs bisher anerkannt. Zuletzt hatten mehrere US-Bundesstaaten die Regierung von US-Präsident Barack Obama in Washington aufgefordert, die Unabhängigkeit der Republik anzuerkennen. Im Rahmen der Minsker Gruppe der OSZE verhandeln Aserbaidschan und Armenien sowie mehrere OSZE-Staaten seit 22 Jahren über eine Lösung des Konfliktes. Regelmäßig fällt der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew mit anti-armenischen Tiraden auf. Während seiner Präsidentschaft hat das Land eine beispiellose militärische Aufrüstung erlebt. Dies lässt Experten vermuten, dass eine gewaltsame Eskalation des Konfliktes realistisch ist. In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu Schusswechseln an der aserbaidschanisch-karabachischen Waffenstillstandslinie.

Bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts leben mehrere tausend Armenier in Uruguay. Als erstes Land überhaupt erkannte der südamerikanische Staat 1965 den Genozid an den Armeniern durch osmanische Truppen im Jahr 1915 an. Auch darüber hinaus machte Uruguay sich auf dem internationalen diplomatischen Parkett durch eine pro-armenische Politik einen Namen. Vizepräsident Astori gab bei seinem Besuch in Armenien bekannt, dass es Pläne gebe, ein Museum über den Völkermord an den Armeniern in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo zu eröffnen.

asbarez

amerika21.de, 17.12.2014

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