»Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.« — Václav Havel
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David X. Noack

Geschichte und internationale Politik im linken Fokus

Armenischer Außenminister in Kuba

Bei der Kuba-Reise des armenischen Außenministers Edward Nalbandian haben offizielle Vertreter beider Länder betont, dass sie die bilateralen Beziehungen ausbauen wollen. In den Bereichen Handel, Wirtschaft, Gesundheitswesen, Bildung, Wissenschaft und Kultur sollen die Beziehungen beider Länder gestärkt werden.

Armenien, das demnächst der Zollunion aus Belarus, Kasachstan und Russland beitreten wird, unterhält vor allem gute Beziehungen mit Uruguay und Kuba. 1988 führte die kubanische Regierung eine Kampagne zum Blutspenden für armenische Opfer eines verheerenden Erdbebens durch. In Argentinien, Brasilien und Uruguay leben bereits seit Jahrzehnten größere armenische Exil-Gemeinden. Als erstes Land überhaupt erkannte Uruguay 1965 den Genozid an den Armeniern durch osmanische Truppen im Jahr 1915 an. Ein uruguayischer Parlamentarier deutete im November 2012 an, dass sein Land die Unabhängigkeit der abtrünnigen aserbaidschanischen Region Berg-Karabach, Hauptkampffeld eines armenisch-aserbaidschanischen Krieges 1991–1994, anerkennen könnte.

Das armenische Nachbarland Aserbaidschan wiederum hat nur wenige diplomatische Beziehungen mit lateinamerikanischen Staaten. In den vergangenen Jahren setzte die Regierung in Baku vor allem auf Propagandaarbeit in Mexiko. 2011 gab Aserbaidschan acht Millionen Euro für die Einrichtung eines aserbaidschanisch-mexikanischen Freundschaftsparks in Mexico-Stadt aus. Der mexikanische Senat wiederum verurteilte im Mai vergangenen Jahres das Massaker an aserbaidschanischen Zivilisten im berg-karabachischen Chodschali 1992 durch armenische Einheiten.

Im Januar 2013 mussten Arbeiter der Stadtverwaltung Mexiko-Stadts eine vier Meter hohe Statue vom langjährigen aserbaidschanischen Diktator aus dem aserbaidschanisch-mexikanischen Freundschaftspark entfernen, nachdem Menschenrechtsaktivisten und Anwohner gegen die Huldigung des langjährigen Kaukasus-Diktators protestiert hatten. Die aserbaidschanische Botschaft in der mexikanischen Hauptstadt betonte, dass das ölreiche Aserbaidschan circa vier Milliarden US-Dollar in Mexiko investiert hätte.

(asbarez/bbc/ea)

amerika21.de, 17.01.2014

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