»Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.« — Benjamin Franklin
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David X. Noack

Geschichte und internationale Politik im linken Fokus

Eigenständigkeitsabstimmung auf Puerto Rico mit unklarem Ausgang

Bei einer Abstimmung auf der US-amerikanischen Insel Puerto Rico hat sich die relative Mehrheit der Bevölkerung mit 44,6 Prozent für die weitere Zugehörigkeit zu den USA entschieden. Den zweiten Platz erreichte mit 24,3 Prozent die Option eines “souveränen und frei assoziierten Status” der Insel der Großen Antillen. Ein ebenso großer Anteil der abgegebenen Stimmen wurde jedoch ungültig abgegeben, rund 27 Prozent.

Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 73 Prozent hat der Verbleib in der bundesstaatlichen Förderation der USA somit keine Mehrheit mehr.

Die liberale Volksdemokratische Partei Puerto Ricos (PPD) hatte dazu aufgerufen, beim Referendum ungültige Stimmen abzugeben. Der von der PPD befürwortete Commonwealth-Status garantiert Puerto Rico als Überseeterritorium der USA eine relative Selbstständigkeit in der Innenpolitik. Bei den gleichzeitig stattfindenden allgemeinen Wahlen hat die PPD mit knapp 48 Prozent gewonnen. Der PPD-Politiker Alejandro García Padilla wird damit im Januar das Amt des Gouverneurs der Insel übernehmen.

Die USA hatten Puerto Rico 1898 im Spanisch-Amerikanischen Krieg teilweise erobert. Im Frieden von Paris, 1898 geschlossen und von den USA 1899 ratifiziert, hatte Spanien das Territorium daraufhin an die USA abgetreten. Der Status der Insel änderte sich seither schrittweise von einer US-Kolonie hin zum Commonwealth.

Während führende US-Medien berichteten, dass die Wähler Puerto Ricos sich für die Bundesstaatlichkeit ausgesprochen haben, trat der Historiker Angel Collado-Schwartz dieser Interpretation entgegen. “Die Medien in den USA haben das Ergebnis falsch wahrgenommen. Sie meinen, die Bundesstaatlichkeit habe gewonnen, doch das stimmt nicht”, sagte Collado-Schwartz gegenüber der Huffington Post. Politische Experten und US-Kongressmitglieder gehen jedoch ohnehin davon aus, dass das Status-Referendum aufgrund der hohen Anzahl ungültiger Stimmen keine Auswirkung haben wird.

(dxno/thehill/hufpost)

amerika21.de, 18.11.2012


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