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David X. Noack

Geschichte und internationale Politik im linken Fokus

Jamaika von Gläubigern stranguliert

Kingston. Aufgrund eines Schuldentilgungsanteils von 57 Prozent am Staatshaushalt verzeichnet Jamaika in den letzten Jahren einen massiven Anstieg seiner Armutsraten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Washingtoner Think Tank “Center for Economic and Policy Research” (CEPR). Eine übermäßig große Schuldenlast zusammen mit der von IWF und Weltbank durchgesetzten Austeritätspolitik verhinderten seit Jahrzehnten sinnvolle Investitionen in die jamaikanische Infrastruktur und soziale Zwecke, heißt es in der Studie des 1999 gegründeten CEPR.

Die beiden Mitglieder des US-amerikanischen Think Thanks, Jake Johnston und Juan A. Montecino, legen in ihrem aktuellen Dossier “Update on the Jamaican Economy” sowie dem Artikel “Jamaica, Greece and Putting the People Before the Creditors” dar, wie die von Internationalem Währungsfonds (IWF), der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) und der Weltbank unterstützten Spardiktate zu einer Stagnation der jamaikanische Wirtschaft geführt haben. In Folge der unverhältnismäßig hohen Schuldentildungsrate am Staatshaushalt, habe sich die in Armut lebende Bevölkerung von 9,6 Prozent im Jahr 2007 auf 20 Prozent im Jahr 2010 mehr als verdoppelt.

In Jamaika regiert seit Anfang diesen Jahres die Sozialdemokratin Portia Simpson-Miller. Simpson-Miller, die bereits von Frühjahr 2006 bis Herbst 2007 Ministerpräsidentin war, gilt als sehr volksnah und der Regierung Kubas gegenüber aufgeschlossen. Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass 19 kubanische Ärzte nach Jamaika entsandt werden, um die medizinische Erstversorgung der jamaikanischen Bevölkerung zu verbessern.

(dnoa/cepr/cepr/rjr/jW)

amerika21.de, 22.05.2012

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