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David X. Noack

Geschichte und internationale Politik im linken Fokus

Eine neue Gruppe des Linke.SDS

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald an der Ostseeküste Vorpommerns hat ungefähr 53.000 Einwohner, davon 11.000 Studenten. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands und mit knapp 5000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Stadt. Was die Studenten betrifft ist die Universität bisher sehr unpolitisch. Über die Sitze im Studierendenparlament wird nicht über Listen, sondern nach direkter Wahl abgestimmt. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten und die Liberale Hochschulgruppe dominieren zurzeit die Vertretung der Studierenden – obwohl das schwer zu überprüfen ist. In Koordination mit dem Bundesvorstand des SDS hat eine kleine Gruppe von Mitbegeisterten der Linken und von Mitgliedern der Linksjugend die Gründung einer Hochschulgruppe in der Hansestadt ins Rollen gebracht. Da in mehreren Studiengängen der Numerus Clausus abgeschafft wurde, es keine Studiengebühren gibt und der Semesterbeitrag sehr gering ist, steigt die Zahl der Studenten jährlich immer weiter. Unter ihnen gibt es durchaus Potenzial, damit die Gruppe des Linke.SDS eine linke Politik vor Ort gestalten kann. Das erste Sympathisantentreffen hat gezeigt, dass das Spektrum der StudentInnen, welche sich dem neoliberalen Umbau der Hochschule entgegenstellen wollen, von der ver.di-Jugend bis hin zu Mitgliedern der DKP reicht. Denn die Liste an Problemen, die durch antidemokratische und sparwütige Tendenzen der Universitätsleitung entstehen, ist lang. Sie reicht von der miserablen Wohnungssituation über die Regeln der Wahl des Studierendenparlaments bis zu den Unikindergärten. Die Hochschulgruppe „Die Linke.SDS Greifswald“ steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch das engagierte Wirken der motivierten linken Studenten wird auf eine Veränderung der Studienbedingungen hinarbeiten.

Franziska Reute und David Noack

nicht veröffentlicht (geschrieben für das uni-spezial der jungen Welt), 3. Dezember 2007

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